Hardware wird teurer: KI treibt Gerätepreise

Der KI-Boom verteuert Speicherchips und setzt Hardware-Budgets unter Druck. Warum es für Unternehmen teurer werden kann.

Laptop, Tablet und Smartphone mit sichtbaren Speicherchips vor einer abstrakten Wachstumskurve als Symbol für steigende Technikpreise durch den KI-Boom.

Laptops, Tablets und Smartphones könnten für Unternehmen spürbar teurer werden. Was zunächst wie eine klassische Consumer-Meldung wirkt, hat direkte Folgen für IT-Budgets, Hardware-Rollouts und Lifecycle-Planung.

Der Grund liegt nicht primär bei neuen Displays, schnelleren Prozessoren oder besseren Kameras. Der zentrale Kostentreiber sind Speicherkomponenten wie RAM und SSDs. Durch den massiven Ausbau von Rechenzentren für Künstliche Intelligenz steigt die Nachfrage nach Speicherchips stark an. Diese Entwicklung kommt inzwischen im Endgerätemarkt an.

Apple erhöht Preise – und sendet ein Signal an den Markt

Apple hat die Preise für mehrere Geräte angehoben. Betroffen sind laut dpa unter anderem MacBooks, iPads, HomePod mini und Apple TV. Die iPhone-Preise blieben zunächst unverändert.

Die Aufschläge fallen je nach Modell unterschiedlich aus. In Deutschland stieg der Einstiegspreis des günstigsten iPads von 379 auf 499 Euro. Beim MacBook Pro erhöhte Apple den Startpreis von 1.799 auf 2.199 Euro. Auch das günstigste MacBook-Modell wurde deutlich teurer.

Apple begründet den Schritt mit stark gestiegenen Komponentenkosten. Der Konzern verweist dabei auf eine außergewöhnlich schnelle Verteuerung von Speicherchips. Für den Markt ist das relevant, weil Apple Preiserhöhungen lange durch Lieferverträge und eigene Einkaufsmacht abfedern konnte.

Speicher wird zum Engpass

Die aktuelle Entwicklung zeigt: Der KI-Boom wirkt nicht nur auf Server, GPUs und Cloud-Infrastruktur. Er konkurriert auch mit klassischen Endgeräten um Speicherkomponenten.

Marktforscher Gartner erwartet, dass die weltweiten PC-Auslieferungen 2026 um 10,4 Prozent und Smartphone-Auslieferungen um 8,4 Prozent gegenüber 2025 zurückgehen. Gleichzeitig könnten kombinierte DRAM- und SSD-Preise bis Ende 2026 deutlich steigen. Laut Gartner würde das PCs im Schnitt um 17 Prozent und Smartphones um 13 Prozent verteuern.

IDC kommt zu einer ähnlichen Einschätzung. Der Marktforscher erwartet für 2026 einen Rückgang des weltweiten PC-Marktes um 11,3 Prozent und des Smartphone-Marktes um 12,9 Prozent. Die Speicherknappheit dürfte laut IDC das gesamte Jahr 2026 prägen und wahrscheinlich bis weit in 2027 hinein nachwirken.

Günstige Geräte geraten besonders unter Druck

Besonders kritisch ist die Entwicklung im Einstiegs- und Mittelklassesegment. Dort machen Speicherkomponenten einen größeren Anteil an den Gesamtkosten aus. Wenn RAM und SSDs teurer werden, haben Hersteller weniger Spielraum, Preise stabil zu halten.

Die Folge muss nicht immer ein höherer Listenpreis sein. Möglich sind auch Geräte mit weniger Arbeitsspeicher oder kleinerem SSD-Speicher bei ähnlichem Preisniveau. Für Unternehmen kann das langfristig problematisch werden: Weniger Ausstattung bedeutet kürzere Nutzungsdauer, geringere Performance-Reserven und potenziell höhere Folgekosten.

Was IT-Entscheider jetzt prüfen sollten

Für IT-Abteilungen wird Hardware-Beschaffung stärker zur strategischen Planungsfrage. Unternehmen sollten anstehende Rollouts, Geräteerneuerungen und Budgetannahmen frühzeitig überprüfen. Wer 2026 größere Stückzahlen an Notebooks, Tablets oder Smartphones beschaffen will, sollte nicht mehr automatisch mit den Preisniveaus der vergangenen Jahre kalkulieren.

Auch technische Mindeststandards sollten klar definiert werden. Gerade bei Business-Notebooks kann es riskant sein, nur auf den Anschaffungspreis zu achten. Entscheidend ist, ob RAM, SSD-Größe, Sicherheitsfunktionen und Lifecycle-Erwartung zur geplanten Nutzungsdauer passen.

Der KI-Boom erreicht die Arbeitsplatz-IT

Die Preisentwicklung zeigt, wie stark KI-Infrastruktur inzwischen auf andere IT-Bereiche ausstrahlt. Unternehmen investieren nicht nur direkt in KI, Cloud und Rechenzentren. Sie spüren die Folgen auch indirekt bei der digitalen Grundausstattung ihrer Mitarbeitenden.

Für IT-Entscheider heißt das: Hardware-Roadmaps, Budgetplanung und Beschaffungsstrategie sollten enger zusammenrücken. Wer früh plant, Standards sauber definiert und Austauschzyklen realistisch bewertet, kann steigende Gerätepreise besser abfedern.

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