SoftBank plant Akkus für KI-Rechenzentren

SoftBank plant eigene Batteriespeicher für KI-Rechenzentren in Japan

KI-Rechenzentrum mit großen Batteriespeichern vor japanischer Stadtsilhouette bei Dämmerung.

Batteriespeicher rücken in den Fokus der KI-Infrastruktur

SoftBank will die Energieversorgung seiner KI-Infrastruktur offenbar stärker selbst absichern. Nach aktuellen Medienberichten plant die japanische Unternehmensgruppe, im früheren Sharp-Werk in Sakai bei Osaka künftig Batterien für den Einsatz in KI-Rechenzentren zu produzieren. Bloomberg berichtet, dass SoftBanks Mobilfunksparte einen Teil der Anlage zu einer der größten Produktionslinien Japans für Großbatterien umbauen will. Die Produktion soll demnach innerhalb der nächsten fünf Jahre starten.

Standort ist offiziell bestätigt

Der Standort selbst ist kein Gerücht: SoftBank und Sharp hatten bereits im Juni 2024 offiziell angekündigt, Teile des Sharp Sakai Plant für ein großes KI-Rechenzentrum zu nutzen. SoftBank plant dort ein Rechenzentrum mit rund 750.000 Quadratmetern Gesamtfläche auf einem etwa 440.000 Quadratmeter großen Areal. Die Leistung soll zunächst bei mehr als 150 Megawatt liegen und perspektivisch auf über 400 Megawatt ausgebaut werden.

Zink-Brom-Technologie von Cosmos Lab

Golem berichtet unter Berufung auf Nikkei Asia, dass SoftBank dafür mit dem südkoreanischen Start-up Cosmos Lab zusammenarbeiten will. Cosmos Lab entwickelt wasserbasierte Zink-Brom-Batterien, die das Unternehmen als Alternative zu klassischen Lithium-Ionen-Systemen positioniert. Laut Golem soll die Fertigung im Fiskaljahr 2027 starten; bis 2030 werde eine jährliche Produktionskapazität von 1 GWh angestrebt. Diese Angaben sind nach aktueller Quellenlage Medieninformationen und sollten entsprechend eingeordnet werden.

Warum das für IT-Entscheider relevant ist

Für IT-Entscheider zeigt der Fall SoftBank, wie eng KI, Rechenzentrumsstrategie und Energieversorgung inzwischen zusammenhängen. Wer KI-Workloads betreiben oder skalieren will, muss nicht nur Rechenleistung, Chips und Cloud-Kapazitäten betrachten, sondern auch Stromversorgung, Speichertechnologie, Ausfallsicherheit und Standortstrategie. SoftBank selbst hatte bereits 2024 erklärt, das geplante Rechenzentrum in Sakai für eigene generative KI-Projekte und weitere KI-bezogene Geschäftsbereiche nutzen zu wollen.

Ein Signal für mehr vertikale Kontrolle

Die geplante Batteriefertigung passt in einen größeren Infrastrukturtrend: Betreiber großer KI-Plattformen versuchen, kritische Abhängigkeiten entlang der Wertschöpfungskette zu reduzieren. Dazu gehören nicht nur Rechenzentren und Chips, sondern zunehmend auch Energie- und Speicherlösungen. Sollte SoftBank die Pläne wie berichtet umsetzen, wäre das ein weiteres Zeichen dafür, dass Batteriespeicher vom Nachhaltigkeitsthema zum strategischen Baustein für KI-Infrastruktur werden.

Einordnung

Noch ist der Batterieplan nicht in gleicher Form offiziell bestätigt wie das Rechenzentrumsprojekt in Sakai. Belastbar ist: SoftBank baut dort eine große KI-Infrastruktur auf. Für Unternehmen bedeutet das vor allem eines: Die nächste Stufe der KI-Strategie wird nicht allein in der Cloud entschieden, sondern auch bei Energie, Verfügbarkeit und Infrastrukturkontrolle.

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