Telekom erweitert KI-Stack

Telekom baut den Deutschland-Stack ihrer KI-Fabrik aus. Mit ServiceNow rückt souveräne KI für regulierte Branchen näher.

Helles, minimalistisches Technologie-Motiv mit modernem Rechenzentrums- und Cloud-Bezug, rechts betonte Bildkomposition, die digitale Infrastruktur und souveräne KI in Deutschland symbolisiert.

ServiceNow wird Teil des Deutschland-Stacks

Die Deutsche Telekom baut ihre KI-Fabrik in München funktional weiter aus. Konkret erweitert die B2B-Tochter T-Systems ihre bestehende Partnerschaft mit ServiceNow und tritt in Deutschland ab sofort als „Sovereign Partner Cloud Provider“ auf. Damit soll die ServiceNow AI Platform auf der T Cloud betrieben werden – inklusive Beratung, Implementierung, Lizenzierung, Hosting und Betrieb aus einer Hand.

Die technische Basis steht seit Februar in München

Die Grundlage dafür ist die Industrial AI Cloud, die Telekom und T-Systems am 4. Februar 2026 in München offiziell in Betrieb genommen haben. Nach Unternehmensangaben wurde die KI-Fabrik gemeinsam mit NVIDIA und dem Datacenter-Partner Polarise aufgebaut. Die Infrastruktur basiert auf rund 10.000 NVIDIA-Blackwell-GPUs und liefert eine KI-Rechenleistung von bis zu 0,5 Exaflops. Heise bestätigt diese Größenordnung und ordnet das Rechenzentrum als einen relevanten neuen Kapazitätsbaustein für den deutschen Markt ein.

Mehr als Rechenleistung: ein Betriebsmodell für souveräne KI

Für IT-Entscheider ist vor allem interessant, dass die Telekom das Projekt nicht mehr nur als Rechenzentrumsinitiative positioniert, sondern als kompletten Technologie-Stack für produktive KI-Anwendungen. Laut Telekom und T-Systems umfasst dieser Deutschland-Stack neben Infrastruktur und Betrieb auch Plattform- und Software-Ebenen. Genannt werden dabei unter anderem SAP und Siemens als Partner für Plattform-, Industrie- und Anwendungsbausteine. Alle Daten sollen in Deutschland verbleiben und nach deutschen sowie europäischen Sicherheitsstandards betrieben werden.

Fokus auf regulierte Branchen und operative Workflows

Mit der erweiterten ServiceNow-Kooperation richtet sich das Angebot nun noch klarer an Unternehmen mit hohen Anforderungen an Datensouveränität, Regulatorik und Betriebsverantwortung. Besonders im Fokus stehen laut Telekom Arbeitsabläufe in IT, Kundenservice und Personalwesen. Für Kunden in stark regulierten Branchen bedeutet das: KI-gestützte Automatisierung soll nicht nur auf souveräner Infrastruktur laufen, sondern zugleich in konkrete betriebliche Prozesse eingebettet werden. Das ist die eigentliche strategische Verschiebung dieses Ausbauschritts.

Souveränität ja – aber nicht vollständig unabhängig

Wichtig für die Einordnung: Der Souveränitätsanspruch bezieht sich vor allem auf Betrieb, Datenhaltung, Governance und regulatorische Kontrolle in Deutschland. Die Hardwarebasis stammt weiterhin von NVIDIA. Die aktuelle Ausbaustufe stärkt damit die lokale Betriebsfähigkeit und die Kontrolle über sensible KI-Workloads, bedeutet aber keine vollständige technologische Unabhängigkeit von außereuropäischen Technologieanbietern.

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